Stegner im Bus ohne Fahrer unterwegs

Er sieht aus wie ein geschrumpfter Linienbus und trägt das Kürzel NAF. Die Bezeichnung des Busses mit sechs Sitz- und einigen Stehplätzen steht für "Nachfrage gesteuerter autonom fahrender Bus", sieht vorn und hinten identisch aus und kann auch gleich gut in beide Richtungen fahren. 60 Exemplare dieses Kleinbusses laufen bereits weltweit und einer jetzt in Enge-Sande bei OffTEC. Hier wird er zu Testzwecken eingesetzt unter anderem für Fahrten zwischen der Mensa und dem Maritimen Trainings Center (MTC). Auf seiner Sommertour durch Schleswig-Holstein besuchte kürzlich SPD-Landeschef und Bundesvize Ralf Stegner den GreenTEC Campus und ließ sich unter anderem über den Bus informieren, für den bereits in Keitum/Sylt der erste Einsatz in der Region geplant ist. Ein Mitarbeiter des Herstellers – das Unternehmen "Easy Mile" aus Frankreich – begleitete Ralf Stegner und seine Delegation auf der Fahrt.

Der SPD Politiker zeigte sich begeistert. "Dieser Bus ist als Ergänzung zum bestehenden Linienverkehr gedacht und bietet eine Möglichkeit, dem drohenden Verkehrsinfarkt entgegen zu wirken", so Stegner. Laut seiner Prognose könne bereits in 10 Jahren mit dem Einsatz gerechnet werden. "Es ist fantastisch, wie zukunftsorientiert bei den Unternehmen hier auf dem Gelände gedacht wird. Es ist gut für die Region und gut für das Land, wenn hier derartige Mobilitätsprojekte untersucht und gefördert werden, obwohl es in Schleswig-Holstein keine Autoindustrie gibt."

Von den anwesenden Technikern war zu erfahren, dass der Bus, der rundherum und auf dem Dach mit Sensoren ausgerüstet ist, auf zuvor vermessenen Strecken bis zu 45 km/h schnell fahren könne. Bei diesem Exemplar sei die Geschwindigkeit auf 20 km/h reduziert, die OffTEC aus Sicherheitsgründen nochmals um 7 km/h reduziert habe. "Vor dem Einsatz im öffentlichen Raum müssen allerdings noch viele rechtliche Fragen geklärt werden", so Dipl Ing Alexandre Zavisic vom Hersteller Easy Mile.